Abgleich mit der Baustatistik

Was am deutschen Markt tatsächlich gebaut wird

Ein Haus, das am Markt vorbeigeplant ist, wird nicht dadurch besser, dass es sauber gerechnet ist. Deshalb hier die Zahlen, an denen sich dieses Haus messen lassen muss — mit Quelle, und getrennt von dem, was sich nicht belegen ließ.

Belegte Zahlen

Wie viele Einfamilienhäuser überhaupt gebaut werden

2025 wurden in Deutschland 41.800 Wohnungen in Einfamilienhäusern fertiggestellt — 23,3 Prozent weniger als im Jahr davor. Genehmigt wurden im selben Jahr 44.500, das sind 17,2 Prozent mehr als 2024. Die Fertigstellungen bilden also noch die Flaute ab, die Genehmigungen zeigen bereits nach oben.

Quelle: Statistisches Bundesamt, Pressemitteilung Nr. 174 vom Mai 2026 (Baufertigstellungen 2025) · Statistisches Bundesamt, Pressemitteilung Nr. 052 vom Februar 2026 (Baugenehmigungen 2025)

Womit geheizt wird

In 77,9 Prozent aller 2025 fertiggestellten Einfamilienhäuser ist die Wärmepumpe die Hauptheizung. Bei den 2025 genehmigten Neubauten sind es bereits 83,0 Prozent. Über alle Wohngebäude hinweg liegt der Anteil bei 73,6 Prozent; zehn Jahre zuvor waren es 31,4 Prozent.

Quelle: Statistisches Bundesamt, Pressemitteilung N 038 vom Juni 2026 (Heizenergie in neu errichteten Wohngebäuden 2025)

Wie gebaut wird

Die Fertigbauquote bei genehmigten Ein- und Zweifamilienhäusern lag 2025 bei 26,5 Prozent — 13.473 von 50.755 Häusern. Das ist ein Höchststand; um die Jahrtausendwende waren es 13,5 Prozent, 2020 noch 22,2 Prozent. Rund drei Viertel der Einfamilienhäuser entstehen weiterhin massiv.

Quelle: Bundesverband Deutscher Fertigbau, Fertigbauquote 2025

Wie groß gebaut wird

Eine neu gebaute Wohnung hatte 2025 im Durchschnitt 95,2 Quadratmeter Wohnfläche. Dieser Wert umfasst allerdings alle Neubauwohnungen einschließlich Geschosswohnungsbau und beschreibt deshalb nicht das Einfamilienhaus. Der Trend ist eindeutig: 2007 lag der Wert bei 116,4 Quadratmetern und sinkt seither.

Quelle: Statistisches Bundesamt, Pressemitteilung Nr. 174 vom Mai 2026 (Baufertigstellungen 2025)

Was sich nicht belegen ließ

Dachform

Mehrere Fachportale nennen für das Satteldach einen Anteil von rund 70 Prozent an allen Neubauten und berufen sich dabei auf die BBSR-Baustatistik. Die Primärquelle war nicht abrufbar, die Zahl ist deshalb hier nicht belegt. Unstrittig ist die Rangfolge: Satteldach vor Pult- und Flachdach, Walmdach und Zeltdach dahinter.

Meistverkaufte Haustypen

Ranglisten einzelner Hausportale führen Häuser von 51 bis 250 Quadratmetern in bunter Folge — die Portale nennen aber nicht, ob die Reihenfolge auf Klicks, Anfragen oder tatsächlichen Verträgen beruht. Eine belastbare Verkaufsstatistik nach Haustyp veröffentlicht in Deutschland niemand. Wer mit solchen Listen argumentiert, argumentiert mit Seitenaufrufen.

Was das für dieses Haus heißt

trifft den Markt

Wärmepumpe und Lüftung

Mit 77,9 Prozent bei den Fertigstellungen und 83,0 Prozent bei den Genehmigungen ist die Wärmepumpe im Einfamilienhaus keine Sonderausstattung mehr, sondern der Normalfall. Die Entscheidung ist unstrittig.

trifft den Markt

Wohnfläche 100 bis 180 m²

127,5 m² auf zwei Geschossen liegen in der Spanne, in der das durchschnittliche freistehende Einfamilienhaus gebaut wird. Kleiner wird der Quadratmeter teurer, weil Bodenplatte und Dach gleich bleiben; größer wird gebaut, aber deutlich seltener.

bewusste Nische

Vorgefertigter Holzrahmenbau

26,5 Prozent Marktanteil heißt auch: Drei von vier Bauherren entscheiden sich weiterhin für Massivbau. Der Fertigbau wächst seit Jahren und ist im Krisenjahr schneller wieder gestiegen als der Massivbau — aber wer so baut, spricht das wachsende Viertel an und nicht die Mehrheit. Das ist eine Positionierung und kein Nachteil, solange man es weiß.

hier war die Entscheidung

Dachform

Satteldach mit First in Ost-West-Richtung, ausgebautes Dachgeschoss. Das ist die Form, die Bebauungspläne für Einfamilienhausgebiete am häufigsten festsetzen — und eine Befreiung von einer Dachformfestsetzung ist eine Einzelfallentscheidung, auf die niemand einen Anspruch hat. Dazu kommt der praktische Vorteil: Die ganze Südfläche eines Satteldachs trägt deutlich mehr Photovoltaik als die vier kleinen Flächen eines Walm- oder Zeltdachs.

Was daraus für dieses Haus folgt

Aus dem Marktabgleich ist genau ein Haus geworden — nicht ein Programm mit Varianten. Satteldach mit First in Ost–West-Richtung, ausgebautes Dachgeschoss, zwei Vollgeschosse: die Bauform, die Bebauungspläne für Einfamilienhausgebiete am häufigsten verlangen.

TypDachformDachfläche m²Firsthöhe m über OKFFPreis brutto
EH40Satteldach 41°120,88,42270.000 €
Die Zeile, auf die es beim Grundstück ankommt, ist die Firsthöhe. Bebauungspläne für Einfamilienhausgebiete begrenzen sie bei zwei Vollgeschossen häufig auf rund 9,50 m — gemessen ab dem gewachsenen Gelände. Dieses Haus misst 8,42 m ab Oberkante Fertigfußboden Erdgeschoss; wie viel darüber der Fußboden am Ende liegt, entscheidet sich am Grundstück und liegt in der Regel zwischen 0,15 und 0,30 m. Dass die Reserve bleibt, ist kein Zufall, sondern der Grund, warum Kniestock und Dachneigung so zusammengestellt sind, wie sie sind.

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